Donnerstag, 30. März 2017

Kurzrezensionen - März

Diesen Monat habe ich einige Bücher gelesen, zu denen ich ein paar Worte sagen, aber keine vollständige Rezension schreiben möchte. Meine Leseupdates enthalten zwar meist schon ein kurzes Fazit, aber das reicht einfach nicht immer. Vielleicht behalte ich dieses Konzept ja bei, falls es genug Stoff dafür gibt.


Unendlich wir (Amy Harmon)


Die Idee des Buches fand ich super. Eine bekannte Sängerin ist kurz davor, von einer Brücke zu springen und wird in letzter Sekunde von einem Mathenerd aufgehalten, mit dem sie daraufhin einen Roadtrip startet. Daraus hätte man richtig viel machen können und eine Weile hat es mir auch sehr gefallen, mitzuerleben, wie die beiden sich kennenlernen und man immer mehr über sie herausfindet. Generell hat mir gerade Bonnies Hintergrund sehr gefallen. 
Die Geschichte entwickelt sich dann aber auf eine Weise, die nicht mein Ding war. Bonnie sagt niemandem, wo sie ist und was sie vor hat, sodass man von einer Entführung ausgeht, bei der natürlich Finn der Schuldige ist. Dadurch, dass sein Nachname Clyde lautet, zieht sich der Vergleich mit Bonnie und Clyde durchs ganze Buch und dementsprechend fliehen die beiden auch vor der Polizei. Auch das hätte richtig interessant sein können, aber es ist einfach eine Tatsache, dass das alles mit einem einzigen kurzen Anruf geklärt sein könnte und die beiden stattdessen trotzdem weiterhin das Risiko auf sich nehmen, verhaftet oder sogar erschossen zu werden. Das war einfach nur unrealistisch, unnötig und dumm und hat mir leider das Buch ziemlich kaputt gemacht.

Insgesamt also eine gute Grundidee, deren Entwicklung mir aber nicht zugesagt hat. Vielleicht seht ihr das anders und könnt dem Buch mehr abgewinnen, aber für mich war das leider nichts.
2/5 Punkten


Begin Again (Mona Kasten)


Die Beschreibung klingt nach einem typischen New Adult Buch und ich kann auch nicht sagen, dass dieses hier revolutionär oder etwas völlig neues ist, aber ich kann sagen, dass mir die Umsetzung extrem gefallen hat. Allie zieht bei Kaden ein, der direkt Regeln für ihr Zusammenleben festlegt. Er ist zu Beginn nicht der sympathischste Mitbewohner, aber Allie löst das Problem ganz einfach, indem sie ihm weitestgehend aus dem Weg geht. Sie drängt sich ihm nicht auf oder versucht ihn zu verändern, sondern vermeidet einfach Drama. Überflüssiges Drama gibt es in diesem Genre ja dauernd, aber das war hier nicht der Fall, was mir sehr gefallen hat, da das sonst einer meiner großen Kritikpunkte ist. Außerdem hat Allie eine eigene Persönlichkeit und trifft ihre eigenen Entscheidungen. Auch wenn Kaden meint, sie herumkommandieren zu müssen, fügt sie sich nicht einfach, sondern steht für sich ein und damit konnte das Buch mich voll und ganz überzeugen.

Keine neue Idee, aber dafür eine Protagonistin, die sich nicht einfach dem Bad Boy unterordnet, sondern ihre eigenen Entscheidungen trifft und mich damit für sich einnehmen konnte. Außerdem gibt es kein überflüssiges Drama und es ist praktisch unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen.
4,5/5 Punkten


Eine Woche voller Montage (Jessica Brody)


Dieses Buch folgt dem Prinzip von "Und täglich grüßt das Murmeltier." Ellie erlebt einen schrecklichen Tag, an dem alles schief geht, was schief gehen kann und letztendlich macht auch noch ihr Freund mit ihr Schluss. Sie bittet das Schicksal um eine zweite Chance und die bekommt sie auch - zusammen mit einer dritten, vierten, fünften, sechsten und siebten. Ihr Montag wiederholt sich immer wieder und jedes Mal versucht sie etwas anders zu machen und damit alles zu retten. Ihr Fokus liegt dabei darauf, die Trennung zu verhindern und ihren Freund davon zu überzeugen, seine Meinung zu ändern. Ich hatte etwas Angst, dass das Buch eintönig wird, da schließlich immer wieder die gleichen oder zumindest ähnliche Ereignisse stattfinden. Das war zum Glück nur zu einem kleinen Grad der Fall, sodass es nicht zu langweilig wurde. Einige der Ideen, die Ellie hatte, fand ich gut, bei anderen ist für den Leser gleich klar, dass es schiefgehen muss, aber zumindest auf unterhaltsame Weise.

Das beschreibt das Buch eigentlich recht gut, denn das ist vermutlich das Wort, was es am besten zusammenfasst: unterhaltsam. Man sollte keine weltbewegende Geschichte erwarten, aber sie war süß und witzig und damit genau das, was ich mir erhofft hatte.
4/5 Punkten


The Hate U Give (Angie Thomas)


Vermutlich habt ihr alle schon etwas von dem Hype mitbekommen, der dieses Buch gerade umgibt. Es ist aus der #BlackLivesMatter Bewegung entstanden und erzählt die Geschichte eines Mädchens, deren Freund völlig grundlos von einem Polizisten erschossen wurde, einfach nur weil er schwarz war. Es geht darum, damit zurechtzukommen, seine eigene Stimme zu finden und sich dafür stark zu machen, dass die Menschen erfahren, was passiert ist und dass das Geschehene Unrecht war. Es ist keine wahre Geschichte, aber wohl eine realistische Darstellung von etwas, was viel zu häufig passiert, aber nicht die nötige Aufmerksamkeit und Aufklärung bekommt. Von den Umständen, in denen Starr lebt, war ich super schockiert, was besonders durch eine Textstelle zum Ausdruck kommt, in der die Familie Schüsse hört und wie selbstverständlich in einen Raum geht, der keine Fenster hat, als wäre es das alltäglichste der Welt - denn für sie ist es das leider.
Generell hat mir sehr gefallen, dass es hier auch um die Familie geht und der Zusammenhalt eine große Rolle spielt. In Jugendbüchern tauchen Eltern generell entweder gar nicht auf oder spielen nur eine negative oder extrem kleine Rolle, aber das ist hier völlig anders und viel realistischer. Was ich auch klasse finde ist die Tatsache, dass jeder Charaktere praktisch sein eigenes Leben lebt. Es dreht sich nicht alles um Starr, weil sie die Hauptperson ist, sondern die anderen haben ihre eigenen Hintergründe und Probleme, um die sie sich kümmern müssen. Sowas brauchen wir einfach viel häufiger.

Ein sehr wichtiges Buch, das mich nicht nur mit der Idee, sondern auch mit der Umsetzung überzeugen konnte. Ich kann gar nicht anders, als die Bestwertung zu vergeben.
5/5 Punkten


Ich fürchte mich nicht (Tahereh Mafi)


Gefühlt jeder hat vor einigen Jahren dieses Buch gelesen, aber ich hänge wie immer allen Trends hinterher und habe es deshalb jetzt nachgeholt. Ich habe schon lange keine Dystopie mehr gelesen, aber das Genre könnte nach wie vor mein liebstes sein und darum war ich sehr gespannt. Inhaltlich wurde ich auch wirklich nicht enttäuscht. Es geht um Juliette, die mit ihrer Berührung Leute verletzen und sogar töten kann und deshalb lange eingesperrt war. Jetzt möchte man sie für "böse" Zwecke benutzen und damit ist sie natürlich so gar nicht einverstanden. Die Grundidee finde ich super und auch der Verlauf der Handlung gefiel mir bisher gut. Außerdem finde ich den Schreibstil klasse, bei dem hin und wieder Teile durchgestrichen sind, weil die Protagonistin sie praktisch zurücknimmt oder nicht sagen kann. Bis dahin also alles ziemlich gut, aber auch nicht ganz überragend. Was mich besonders gestört hat, ist aber die Tatsache, dass das Buch an einer Stelle endet, an der andere Bücher erst in der Mitte der Handlung wären. Für mich wirkt das alles einfach sehr unvollständig. Auch wenn mir bewusst ist, dass es der Anfang einer Trilogie ist, kam es mir nicht vor wie ein komplettes Buch, sondern als hätte jemand die Geschichte einfach mittendrin getrennt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, bin ich sehr gespannt wie es weitergeht und werde auch definitiv weiterlesen. Jetzt bin ich nämlich umso neugieriger.

Ein recht solider erster Band, dem man aber auch anmerkt, dass es der Beginn der Reihe ist. Das Buch fühlte sich für mich unvollständig an, auch wenn es inhaltlich wirklich gut ist.
3/5 Punkten

Mittwoch, 29. März 2017

[Rezension] Welt aus Staub

Autor: Stephan R. Bellem
Verlag: Ueberreuter
Format: broschiert
Seitenzahl: 397
Preis: €16,95
Kaufen? *klick*
Reihe: -


Inhalt

Die Umwelt ist zerstört, es können keine Pflanzen mehr auf der Erde überleben und ihre Bewohner sind dadurch natürlich stark eingeschränkt. Tessa, Elaine, Sam, Paul, Danny, Sid – das sind alles Menschen, die im Delta Komplex leben, während die Welt außerhalb der Stadt nur noch aus Staub und Dreck besteht. Trotzdem führen sie völlig unterschiedliche Leben, aber etwas verbindet sie.

Sonntag, 26. März 2017

März Leseupdate #3

#1 Chin up, Nina!
#2 LiebesLeben
#3 Welt aus Staub
#4 Unendlich wir
#5 Anna and the French Kiss
#6 Den Mund voll ungesagter Dinge
#7 The Hate U Give
#8 One flew over the Cuckoo's Nest
#9 Begin again
#10 Eine Woche voller Montage


Extrem aufmerksamen Lesern ist es vielleicht aufgefallen: Meine Leseliste ist schon mehr als doppelt so lang wie zu Beginn des Monats. Das ist mir bisher auch selten passiert :) Die #Leseparty, die die letzten Tage als Alternative zur Buchmesse stattgefunden hat, ist daran sicher nicht ganz unschuldig - schließlich lässt es sich in guter Gesellschaft gleich viel besser lesen, wenn man sich nicht zu sehr von Twitter ablenken lässt - aber meine Buchauswahl war wohl der ausschlaggebende Punkt. Mehr dazu unter "weiterlesen"!

Donnerstag, 23. März 2017

#Leseparty - die Buchmesse-Alternative

Wenn ihr es noch nicht mitbekommen habt, dann habt ihr vermutlich gerade eine monatelange Internet-Auszeit hinter euch (willkommen zurück!), aber die Leipziger Buchmesse öffnet heute wieder ihre Tore. Schon seit Wochen spricht die Buchblogger-Community über kaum etwas anderes und jetzt ist es endlich wieder soweit. Allen dort Anwesenden wünsche ich super viel Spaß!


Für die Daheimgebliebenen gibt es aber eine gute Alternative, damit wir nicht nur zu Hause sitzen und an Buchmesseweh Fernweh sterben - die Leseparty! Schon die letzten Male wurde sie von einigen lieben Bloggerinnen organisiert und auch dieses mal müssen wir nicht darauf verzichten.
Obwohl ich gar nicht der Typ für Buchmessen bin (ich kann einfach keine Gespräche führen), ist mir diese Ablenkung von den ganzen Messeberichten und Tweets ganz recht und natürlich bin ich dabei!
(Als bräuchte ich eine Ausrede zum Lesen...)

Organisiert wird das ganze dieses Mal von Petzi von Die Liebe zu den Büchern, Alexandra von Bücherkaffee und Evelyn von Literat(o)ur, da Jess sich dieses Jahr selbst auf der Buchmesse herumtreibt.
Das ganze geht vom 23. bis zum 26., also über die Dauer der Messe. Offizieller Startschuss ist wohl um 13 Uhr, aber die ersten Fleißigen lesen schon :)
Zwischendurch werde ich mich hier immer mit Updates melden, aber aktiver werde ich wohl auf Twitter sein. Der Hashtag ist einfach leichter zu verfolgen ;)


Was möchte ich lesen?



One flew over the Cuckoo's Nest habe ich gerade schon bis Seite 258 weitergelesen und bearbeitet (diese Info nur aus Seitenzählungsgründen fürs Ende) und der Rest folgt dann vermutlich morgen, weshalb ich es hier mal mit aufliste. Ich kenne das Buch schon, mag es jetzt beim zweiten Mal lesen aber lieber, weil ich schon weiß, worauf ich achten muss und mehr Durchblick habe.
Während des Startschusses um 13 Uhr werde ich wohl gerade Gassi gehen und die Leseparty einfach solange zu einer Hörbuchparty mit Flawed machen.

Seid ihr dabei? Und womit startet ihr?

Donnerstag


18:30 Uhr

Wie angekündigt habe ich vorhin mit Begin Again begonnen (ha!) und auch direkt bis Seite 113 gelesen. Dann folgte eine kleine Zwangspause, damit ich heute noch etwas produktives tue und auch nicht verhungere, aber ich lese jetzt direkt weiter. Bisher erfüllt das Buch noch meine hohen Erwartungen, ich bin gespannt wie es weitergeht. Diesen Monat hatte ich leider schon zwei Enttäuschungen und hoffe, dass das die einzigen bleiben.


21:40 Uhr

Noch mal eine kurze Rückmeldung. Ich habe es endlich wieder geschafft, meine Nase aus dem Buch zu kriegen und etwas Sport gemacht. Aber nur, weil ich nicht mehr sitzen konnte, sonst hätte ich nicht aufgehört zu lesen. Ich mache jetzt auch auf Seite 240 weiter und schaue mal, wie lange ich noch durchhalte. Wenn man das von heute morgen mitzählt, habe ich damit heute schon knapp 300 Seiten gelesen und das ist echt krass für meine Verhältnisse. Was für ein Wunder so ein Pageturner vollbringen kann... Ich kann mich der allgemeinen Begeisterung aber völlig anschließen!

Freitag


14:45 Uhr

Tag 2! Gestern habe ich tatsächlich noch bis Seite 309 gelesen und hätte am liebsten gar nicht aufgehört. Heute vormittag habe ich One flew over the Cuckoo's Nest beendet und gleich geht es dann weiter mit Begin again. Ich freue mich schon richtig drauf :D


19:10 Uhr

Na, wie läuft es bei euch? Ich bin jetzt auf Seite 428 von 482, habe alles erledigt was für heute auf dem Plan stand und mir steht nichts im Weg, das Buch gleich noch zu Ende zu lesen. Dafür muss ich jetzt aber noch ein paar Fragen nachholen, die ich hier bisher völlig ignoriert habe. Daher jetzt einfach in der Kurzfassung:
Die letzten drei Bücher, die bei mir eingezogen sind, sind Eine Woche voller Montage, The Hate U Give und Ewig dein.
Meine liebsten Romanverfilmungen sind die Harry Potter Filme und mir fällt nichts ein, was da rankommen würde. Ich muss aber auch sagen, dass ich gar nicht so viele Buchverfilmungen gesehen habe und gute noch viel weniger.
Wenn ich jetzt 50€ bekommen würde, würde ich mir davon Dreams of Gods and Monsters, Clockwork Princess und Trust again kaufen, denke ich.

Sonntag


20:40 Uhr

Okay, demnächst werde ich den Blog wohl weglassen, wenn es um Updates geht. Vom Handy aus twittern ist eben viel einfacher gemacht als einen Blogpost zu aktualisieren und ich denke, hier wird ohnehin kaum jemand wirklich mehrmals reingeschaut und meine Updates verfolgt haben. Also... wenn denn welche kamen. Der Vollständigkeit halber berichte ich aber noch kurz, was ich seit Freitag Abend noch gelesen habe.
Als erstes habe ich natürlich noch Begin again zu Ende gelesen. Am Samstag habe ich mich dann vormittags erst um die Uni gekümmert und nachmittags dann draußen in der Sonne mit Eine Woche voller Montage angefangen. Da bin ich dann bis auf Seite 167 gekommen, bevor mir die gemütlichen Sitzpositionen auf dem Gartenstuhl ausgegangen sind. Eigentlich wollte ich abends noch weiterlesen, gerade weil eine spontane Lesenach veranstaltet wurde, aber stattdessen habe ich einfach mit meinem Bruder Pancakes gemacht und das Buch darüber völlig vergessen.
Tief in die Nacht hätte ich ohnehin nicht mitlesen können, weil es heute morgen schon früh auf einen Büchertrödelmarkt ging, wo ich den ganzen Tag verbracht und damit keine einzige Seite gelesen habe. Damit gab es für heute auch gar nichts zu berichten. Und hey, ich bin mit deutlich weniger Büchern nach Hause gefahren als ich angekommen bin ;)

Fazit

Letztendlich habe ich One flew over the Cuckoo's Nest beendet (60 Seiten), Begin again komplett gelesen (482 Seiten) und Eine Woche voller Montage angefangen (167 Seiten). Insgesamt macht das 709 Seiten und für drei Tage ist das echt fantastisch, wenn ich das so sagen darf :P Ich hätte nie damit gerechnet, dass das so viel wird. An dieser Stelle auch noch mal Danke für die Organisation an Petzi, Evelyn und Alexandra! falls diesen Post tatsächlich noch jemand liest

Dienstag, 21. März 2017

[Meinung] Den Mund voll ungesagter Dinge

Verlagsseite
Im aktuellen Roman von Anne Freytag, die durch "Mein bester letzter Sommer" bekannt und beliebt geworden ist, geht es um Sophie. Sie zieht mit ihrem Vater gezwungenermaßen zu seiner Freundin nach München und fängt erst an, sich dort wohlzufühlen, als sie sich mit der Nachbarstochter Alex anfreundet. Es bleibt allerdings nicht bei einer Freundschaft und Sophies ganze Welt wird dadurch auf den Kopf gestellt.

Was beim Lesen sofort auffällt ist die Tatsache, dass Sophie scheinbar immer schlecht gelaunt ist. Sie hasst alles und jeden und gibt niemandem unvoreingenommen eine Chance. Auch wenn verständlich ist, dass sie in einer blöden Situation ist, ging ihr Verhalten gegenüber der Freundin ihres Vaters gar nicht und ich kann nicht verstehen, wie diese trotzdem durchgehalten und sich ihr gegenüber durchgehend perfekt verhalten hat. Das hat Sophie gar nicht verdient, um ehrlich zu sein. Im Laufe des Buches bessert sich das zum Glück stellenweise, aber ihr unreifes Verhalten bleibt und kommt gerade am Ende wieder komplett zum Vorschein. Natürlich muss eine Protagonistin nicht immer perfekt sein, aber das ist auch nicht meine eigentliche Kritik.

Was mir sehr gefallen hat, ist zum einen natürlich die Tatsache, dass es sich um zwei Mädchen handelt, die sich ineinander verlieben. Das ganze passiert ganz natürlich und wirkte realistisch auf mich. Auch die Gefühle wurden sehr schön geschildert, die Autorin kann einfach mit Worten umgehen. Wie genau es umgesetzt wurde, war aber nicht okay und dazu komme ich gleich auch noch mal. Zum anderen finde ich es super, dass das Thema Sex hier präsent war und auch komplett offen angesprochen wurde, ohne dass sich hier zu detaillierte Beschreibungen finden lassen. Das ist etwas, was in Jugendbüchern oft völlig fehlt und was ich an diesem Buch sehr mochte. Auf der anderen Seite wird aber auch sehr viel genau darauf reduziert.

Das Buch klingt nach einer süßen Liebesgeschichte zwischen zwei Mädchen und eigentlich ist es das auch. Wäre da nicht die Tatsache, dass Alex einen Freund hat. Dadurch kommt es zu etwas, was ich sehr problematisch fand. Das kann ich nicht begründen, ohne Teile der Handlung vorweg zu nehmen, daher wird es ab hier Spoiler geben! Markiert einfach den folgenden Text, um ihn lesen zu können.
Sophie und Alex verlieben sich in einander und natürlich bleibt die Sache nicht platonisch. Nebenbei ist Alex allerdings immer noch mit ihrem Freund zusammen und das ist die Sache, die ich hier wirklich problematisch finde. Sie betrügt ihn konstant und seehr wiederholt, scheint sich darüber aber rein gar keine Gedanken zu machen. Auch Sophie scheint das okay zu finden und stört sich nur daran, dass sie immer noch mit ihm zusammen ist, weil sie Alex so nicht für sich allein hat. Dass sie Teil des Betrugs ist, macht ihr nichts aus. Ich würde die Sache anders bewerten, wenn das Thema hinterher angesprochen und mit einer Botschaft versehen werden würde, aber das wird es nicht. Es wird nicht mal klar gesagt, dass das nicht in Ordnung war und Fremdgehen nie eine Option sein sollte. Das einzige was hier wieder eine Rolle spielt, sind verletzte Gefühle auf Seiten Sophies und Alex, ihr Freund wird da fast völlig rausgelassen und das finde ich absolut nicht in Ordnung. Wenn es um die Beziehung zwischen den beiden geht und darum, ob sie damit glücklich ist, wird außerdem ausschließlich damit argumentiert, dass sie den Sex mit ihm nicht mag. Von Liebe oder sonstigen Gefühlen ist dabei gar keine Rede. Was für eine Botschaft ist es denn bitte, den Lesern zu vermitteln, dass es in einer Beziehung nur darum geht, dass der Sex gut ist? Auch das Ende fand ich sehr unpassend und hätte mir zumindest noch eine Erklärung gewünscht, wie es dazu kommen konnte. Für diese Dinge muss ich einfach Punktabzug geben, auch wenn mir das Buch davon abgesehen sehr gut hätte gefallen können. Meine Kritik besteht gerade deshalb, weil Jugendliche Buchcharakter gerne als eine Art Vorbild nehmen und das Verhalten der Protagonistin ist eindeutig keins, was man nachmachen sollte.

Ohne die für mich sehr problematischen Bestandteile hätte sich dieser Roman vielleicht in die Liste meiner Lieblingsbücher einreihen können, aber so geht das auf keinen Fall. Eine Bewertung fällt mir aus diesem Grund auch sehr schwer, aber ich tendiere zu
2/5 Punkten

Einen tollen Beitrag dazu gibt es auch von Herr Booknerd, der das auch viel besser formuliert hat als ich.